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Gesundheitsdaten als Chance für Forschung und Versorgung

Projekt mit dem Hessischen Digitalisierungsministerium

Eine umfangreiche Datenbasis ist für die Entwicklung neuer Arzneimittel und Therapien unerlässlich. Die Digitalisierung von Gesundheitsdaten ist ein wichtiger Schritt hin zu einer Erhöhung der Datenbasis. In der Prämedikationsambulanz der Universitätsmedizin Frankfurt erprobt die IGH gemeinsam mit Klinikexpert:innen einen Prozess, der die Akzeptanz von Patient:innen für die digitale Erhebung von Gesundheitsdaten erhöht.

Prof. Dr. Holger Storf, Professor für Medizininformatik der Universitätsmedizin Frankfurt, erklärt, welche Chancen ein digitaler Broad Consent für die Forschung und Versorgung bietet.


1. Worum geht es in Ihrem Projekt „Gesundheitsdaten“?

In der Prämedikationsambulanz der Universitätsmedizin Frankfurt erleben wir täglich, wie wichtig ein sensibler Umgang mit Gesundheitsdaten ist. Dafür braucht es Vertrauen und Transparenz. In unserem Projekt möchten wir Patient:innen während ihres regulären Klinikablaufs klar und verständlich darlegen, wie ihre Daten für die medizinische Forschung genutzt werden können und ihnen eine einfache, DSGVO-konforme Möglichkeit zur Zustimmung bieten. Gleichzeitig soll der Ablauf für unser Team im Klinikalltag praktikabel bleiben und möglichst wenig zusätzlich belasten. Ein wichtiger Baustein ist eine breite Einwilligung, der sogenannte Broad Consent. Unterzeichnen Patient:innen einen Broad Consent, stimmen sie zu, dass ihre Gesundheitsdaten auch für zukünftige Forschungsprojekte genutzt werden dürfen.

2. Welche Vorteile hat ein Digitaler Broad Consent?

Im Moment ist der Klinikalltag oft sehr aufwendig: Für jede Behandlung müssen Patient:innen ein neues Papierformular ausfüllen und verstehen, wofür ihre Daten genutzt werden und wie der Datenschutz gewährleistet ist. Für das Personal bedeutet das außerdem viel Verwaltungsarbeit mit Akten und Formularen. Die digitale Lösung erleichtert alles erheblich: Patient:innen können sich einfach und interaktiv informieren und ihre Zustimmung direkt am Tablet geben. Das Team wird spürbar entlastet, alle Daten werden sicher und ordentlich erfasst, und am Ende profitieren sowohl die Forschung als auch das Vertrauen der Patient:innen.

3. Wie schaffen Sie Akzeptanz bei Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitenden?

Damit Patient:innen dem Projekt positiv gegenüberstehen, setzen wir auf offene und verständliche Informationen. Sie sollen nachvollziehen können, welchen Nutzen die Datennutzung für die Forschung, neue Therapieansätze und auch für sie selbst hat. Die digitalen Abläufe werden durch einfache, mehrsprachige und barrierefreie Erklärvideos in Form von Ärzte-Avataren unterstützt, damit möglichst alle Patient:innen erreicht werden. Ebenso wichtig ist uns ein kontinuierliches Feedback: Wir evaluieren laufend, ob die Informationen wirklich ankommen und ob die Akzeptanz bei Patient:innen und dem Klinikpersonal wächst.

4. Welche Vorteile bietet dieser Ansatz den Unternehmen der Gesundheitsindustrie?

Mit diesem Ansatz bekommen Unternehmen verlässliche Daten für Forschung, klinische Studien und die Entwicklung neuer Produkte und das bei voller Einhaltung des Datenschutzes. So wird die Zusammenarbeit zwischen Klinik, Forschung und Industrie einfacher, Innovationen werden gefördert und der Standort bleibt wettbewerbsfähig.

5. Wie soll das Projekt langfristig genutzt werden?

Nach Abschluss des Projekts sollen die entwickelten Abläufe, Materialien und Ergebnisse so aufbereitet werden, dass sie auch in anderen Kliniken leicht übernommen werden können. Unser Ziel ist es, die digitale Nutzung von Gesundheitsdaten im Klinikalltag zu vereinfachen und für zukünftige Forschungsprojekte bestmöglich nutzbar zu machen.


Definition Broad Consent:
Der Broad Consent ist eine freiwillige, umfassende Einwilligung von Patient:innen, ihre Gesundheitsdaten für zukünftige medizinische Forschung zu nutzen.

Ziel:
Datennutzung erleichtern, Forschung beschleunigen und gleichzeitig Datenschutz gewährleisten.


Umsetzung im Projekt:
Digital integriert in bestehende Klinikabläufe, verständlich erklärt, barrierefrei und mehrsprachig aufbereitet.


Nutzen:
Erhöht die Akzeptanz bei Patient:innen, entlastet Mitarbeitende und schafft eine wertvolle Datenbasis für Forschung und Innovation.