Die Bundespolitik debattiert aktuell über Gesetzesinitiativen, die die Gesundheitsindustrie maßgeblich unter Druck setzen. Das Politische Frühstück der Initiative Gesundheitsindustrie Hessen (IGH) vom 10. Juni 2026 kam daher zur richtigen Zeit, denn dort traf die hessische Gesundheitswirtschaft auf die Bundespolitik. Gemeinsam diskutierten sie die zentralen Herausforderungen, wie dem aktuellen Entwurf des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, und notwendige Weichenstellungen für den Standort.
Geplante Reformen belasten die Gesundheitsindustrie
Heidrun Irschik-Hadjieff (Sanofi) brachte es in ihrem Impuls auf den Punkt: Die pharmazeutische Industrie stagniert seit 2019, während internationale Wettbewerber wie China deutlich an Dynamik gewinnen. Bei den Reformen in der Gesundheitspolitik geht es aus ihrer Sicht im Kern um eine grundlegende Frage: Soll Patientinnen und Patienten künftig die beste oder die günstigste Therapie zur Verfügung stehen? Ein zukunftsfähiger Gesundheitsstandort braucht beides, Innovation und Finanzierbarkeit, und das in einem tragfähigen Gleichgewicht.

Dr. Thomas Pauls (MdB, CDU) im Austausch mit den Vertreterinnen und Vertretern der hessischen Gesundheitsindustrie. © IGH / Jost
Dr. Thomas Pauls, Bundestagsabgeordneter der CDU Hessen, gab Einblicke in die politische Debatte. Reformvorhaben müssen aus seiner Sicht konsequent unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit bewertet werden. Das gelte auch für den Entwurf des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes, welches aktuell zur Debatte steht. Zugleich ist es sein Ziel, die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben, zum Beispiel wenn es um die Nutzung von Patientendaten und klinischen Studien geht.
Verlässlichkeit und Vertrauen als Grundlage
In der Diskussion machten die Vertreterinnen und Vertreter der Gesundheitsindustrie deutlich: Die Pläne der Bundesregierung, steigende GKV-Beiträge unter anderem über einen dynamischen Herstellerrabatt zu finanzieren, setzen Unternehmen unter erheblichen wirtschaftlichen Druck. Entscheidungen werden bereits spürbar beeinflusst: Investitionen werden verschoben, reduziert oder neu priorisiert, nicht selten zulasten des Standorts Deutschland. Der Entwurf des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes verschärft diese Entwicklung zusätzlich, da er mit geringerer Planungssicherheit, schwächeren Investitionsanreizen und wachsender regulatorischer Unsicherheit einhergeht.
Einig waren sich die Teilnehmenden, dass strukturelle Reformen notwendig sind, doch müssen die Rahmenbedingungen ein verlässliches und planbares Wirtschaften ermöglichen. Um tragfähige Lösungen für eine starke Gesundheitsindustrie und eine verlässliche, resilient ausgestaltete Versorgung der Patientinnen und Patienten mit Arzneimitteln und Medizintechnikprodukten sicherzustellen, braucht es einen vertrauensvollen Dialog zwischen Politik und Industrie für den die IGH sich konsequent engagiert.
